Die Spannungen im Nahen Osten sorgen weiterhin für Nervosität an den Ölmärkten. Im Mittelpunkt steht die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Während zuletzt noch auf eine rasche Normalisierung der Versorgung gehofft wurde, schüren Meldungen über eine mögliche Sperrung der Meerenge neue Sorgen über längerfristige Lieferunterbrechungen.
Die Rheinfrachten ziehen leicht an, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem moderaten Niveau. Die verhaltene Nachfrage begrenzt den Aufwärtsdruck, während die sinkenden Wasserstände des Rheins die Frachtraten stützen.
Die Unsicherheit hat die Risikoprämien an den Ölbörsen erneut steigen lassen. Gleichzeitig versuchen verschiedene Staaten, den Preisdruck mit Freigaben aus ihren strategischen Ölreserven zu dämpfen. Sowohl die USA als auch China greifen verstärkt auf ihre Lagerbestände zurück, um mögliche Versorgungsengpässe abzufedern. ss
Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Viele Marktteilnehmer gehen zwar weiterhin von einer ausreichenden globalen Versorgung aus, doch die Sorge vor einer weiteren Eskalation wächst. Sollte die Situation anhalten, könnten die Ölpreise erneut die Marke von 100 Dollar pro Barrel ins Visier nehmen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt heute der neue Monatsbericht der OPEC. Ob dieser jedoch die jüngsten geopolitischen Entwicklungen bereits ausreichend berücksichtigt, bleibt fraglich. Nach Signalen einer vorläufigen Beruhigung der militärischen Lage geben die Ölfutures aktuell leicht nach. Für Heizöl- und Treibstoffkunden zeichnet sich gegenüber gestern dennoch weiteres Aufwärtspotenzial bei den Preisen ab.
Börsendaten 11.06.2026 um 08:55
ICE-Gasoil JUN: 1054.00$
ICE-Brent AUG: 93.49$
NY-Rohöl WTI JUL: 90.60$
US-Dollar/CHF: 0.7987
Rheinfracht nach Basel: 34.50